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Atmen Premiere 25 Okt 2019


Atmen (Lungs) von Duncan Macmillan
Deutsch von Corinna Brocher
mit Carolina Walker und Paul Vincent Grothues
Regie: Lisa Brüning 

 (Premiere) 25.10. sowie  26.10.2919 um 20 Uhr, 27.10.2019 um 18 Uhr im  GAB Kulturpunkt Paulusstraße (neben Welthaus).
Achtung aktuell : Die geplanten Gastspieltermine am 15. u.16.11. im Astoria Theater Bielefeld müssen aus organisatorischen Gründen abgesagt werden! Weitere Termine werden später bekannt gegeben.

Programm download hier.

 
Ein Blick auf heutige Paarbeziehungen: Wer will zum jetzigen Zeitpunkt noch ein Kind? Die Erde ist überbevölkert, Rohstoffe werden knapp und die Wirtschaft kollabiert. Ein Einwand folgt dem nächsten, als sich ein junges die Frage nach einem Baby stellt, welches sich beide wünschen. Wie verändert ein Kind das eigene Leben? Welche Einschränkungen bringt es mit sich – im Beruf wie in der Freizeit? In einem zeitlich raffiniert verschachtelten Dialog, der zwischen zwei Repliken manchmal ganze Jahre überspringt, verhandelt Duncan Macmillan in »Atmen« von der Wiege bis zum Grab leichthändig die großen Daseinsfragen eines modernen Paares.

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Fotos Sarah Jonek

„Ist es nicht verrückt, im ethischen Sinne sogar verwerflich, wenn rational denkende Menschen Kinder in die überbevölkerte Welt setzen, sich ohne Rücksicht auf den bedrohten Planeten fortpflanzen? So lautet die zentrale Frage in Duncan Macmillans Zwei-Personenstück „Atmen“, das am Freitagabend im GAB Kulturpunkt Premiere feierte. Vor einigen Jahren wurde es schon einmal in Bielefeld gezeigt. Man durfte also gespannt sein auf den Vergleich. Wie würde die Berliner Regisseurin Lisa Brüning die Vorlage umsetzten? Was hat sich in der Zeit geändert, was im Menschheitsbewusstsein? Und würden sich diese Entwicklungen in ihrer Inszenierung widerspiegeln? Die überzeugenden Antworten drauf ließen nicht lange auf sich warten, denn Brünings mit wenigen Bühnenmitteln überaus originell gestaltete Stück-Bearbeitung bewegte sich absolut auf der Höhe der Zeit. Da genügte eine kurze Einspielung von Greta Thunbergs bewegender „How dare you?“-Rede vor dem New Yorker Klimagipfel, um die Ängste und Fragen und Zweifel, die das junge Paar in Macmillans „Atmen“ im Vorfeld einer möglichen Familiengründung plagen, einerseits als vollkommen berechtigt auszuweisen und andererseits die Zuversicht auf Auswege aus der Katastrophe zu nähren. Denn vielleicht, so hofft auch dieses Paar, wird ihr Kind ja so stark wie Greta. Es war beeindruckend, wie präsent und mitreißend die beiden Hauptdarstellenden auf der kleinen GAB-Bühne agierten, wie sie in nicht einmal zwei Spielstunden ein lebenslanges Zusammensein vor dem Publikum ausbreiteten. Mit allen Höhen und Tiefen, Tröstungen und Verletzungen, Missverständnissen und stillen Übereinkünften, die es zwischen zwei Menschen, die sich lieben, nun einmal gibt. Besonders die vor Energie sprühende Carolina Walker sorgte durch ihre Ausdrucksstärke beim Zuschauen für Lacher und angehaltenen Atem, Mitfreude und Mitgefühl. Und Paul V. Grothues nahm man den von der Powerfreundin ein wenig eingeschüchterten Gefährten mühelos ab.
Herrlich zudem, wie die beiden in unförmigen Waldarbeiter-Overalls steckenden Lover mit dem Laubbläser hantierten, buchstäblich zusammen in die Kiste stiegen oder einen Bonsai hätschelten. Und am Ende spielte auch in dieser unbedingt sehenswerten Inszenierung Musik eine große Rolle. Von Mobys „This Wild Darkness“ über Leonard Cohens „Suzanne“ bis zu Lou Reeds „Perfect Day“ reichte der Soundtrack. Fabelhaft.“ (Neue Westfälische 31.10.2019)

 „Forum für Kreativität und Kommunikation überzeugt mit einer Inszenierung von "Atmen". Eine Frau und ein Mann gehen durch einen Wald, in der Arbeitskleidung von Waldarbeitern, Schutzhelme und Ohrenschützer auf dem Kopf, mit einer Motorsäge im Anschlag. Doch beim Näherkommen der beiden Protagonisten entpuppt sich die vermeintliche Säge als Laubbläser. Ein Laubbläser im Wald?! Mit diesem, eine nackte weiße Bühne umrahmenden Video beginnt Lisa Brünings Inszenierung von „Atmen“, dem preisgekrönten Stück des britischen Autors Duncan Macmillan. Ein atemloser, oft sprunghafter Dialog eines jungen Paars: Darf man in die heutige Welt überhaupt noch ein Kind setzten? Lisa Brüning lässt ihre Protagonisten sehr lebendig über die Frage „Baby versus Bäume pfanzen“ diskutieren und betont damit, wie schon mit dem Video, von Beginn an den Umweltaspekt ihrer Inszenierung. Die junge Regisseurin lässt das Paar einen echten Baum auf die Bühne „pflanzen“ und setzt den Laubbläser als Symbol für die Entfremdung von der Natur. Der Einsatz verschiedener Medien setzt immer wieder Ruhepunkte im dichten Spiel und schafft wohltuende Distanz. Geschickt hat Lisa Brüning die im Laufe des Stückes zunehmenden Zeitsprünge umgesetzt. Auch im Zeitraffer geht die Geschichte an die Nieren. Carolina Walker bringt die Sprunghaftigkeit und Gefühlsintensität des weiblichen Parts ausgesprochen kraftvoll rüber, Paul V. Grothues mimt überzeugend den etwas naiven und bisweilen überforderten Mann. Mit ihrer Inszenierung von „Atmen“ ist Lisa Brüning ein rundes und kurzweiliges Theaterstück gelungen. Ein eindringliches Stück, das berührt, aber auch immer wieder witzig ist.“ (Westfalenblatt vom 29.10.2019)  

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Duncan Macmillan 
Der Brite Duncan Macmillan, geboren 1980, ist Autor und Regisseur. Für "Atmen" gewann er 2013 bei den Off West End Award für das beste neue Stück.

Rechte: Rowohlt Theaterverlag Reinbek bei Hamburg


Dank an:
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